Betriebswirt in Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend

Die Weiterbildung zum Betriebswirt kann auf vielen Wegen erfolgen. Darunter zählen unter anderem Hochschulabschlüsse, staatliche Abschlüsse und IHK-Prüfungen. Die möglichen Weiterbildungen unterscheiden sich unter anderem in ihrer Bezeichnung, ihrem Schwerpunkt, ihrer Dauer und ihren Kosten. Auch die Art der Fortbildung wird unterschieden in Vollzeit, Teilzeit und berufsbegleitend. Das Fernstudium und die Abendschule sind besonders beliebte Wege.

Wege der Weiterbildung zum Betriebswirt

Die Weiterbildung zum Betriebswirt kann in 2 grundsätzlich verschiedenen Möglichkeiten absolviert werden.

  1. Weiterbildung in Vollzeit
  2. Weiterbildung in Teilzeit (Fernstudium, Abendschule)

Die Weiterbildung zum Betriebswirt in Teilzeit ermöglicht es den Teilnehmern, berufstätig zu bleiben und sich berufsbegleitend weiterzubilden. Berufsbegleitende Weiterbildungen können in der Woche abends und / oder an Wochenenden stattfinden. Auch hier gibt es verschiedene Modelle:

  • Berufsbegleitende Weiterbildung mit Präsenzphasen
  • Berufsbegleitende Weiterbildung ohne Präsenzphasen

Präsenzphasen sind Zeiten von Vollzeitunterricht, die die Abend- und Wochenendkurse ergänzen. Tendenziell geht die Zahl der Angebote ohne Präsenzphase zurück.

Wer bietet die Betriebswirt Weiterbildung an?

Sie interessieren sich für eine Weiterbildung zum Betriebswirt? Bei folgenden Instituten können Sie eine Weiterbildung zum Betriebswirt absolvieren. Dabei haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Fachrichtungen.

Die Weiterbildung zum Betriebswirt wird häufig im Fernstudium absolviert. Informationen zu Betriebswirt Weiterbildungen in Teilzeit finden sich auf der Bewertungsplattform SemiCheck.de.

Mögliche Abschlüsse

Im Rahmen einer Weiterbildung kann der Teilnehmer unter anderem folgende Abschlüsse erwerben:

Auch ein Bachelor-Studium in Betriebswirtschaft ist an manchen Hochschulen berufsbegleitend möglich.

Betriebswirt (HWK) – Die Weiterbildung der Handwerkskammer

Die Handwerkskammer (HWK) bietet als Qualifizierungsmaßnahme die Weiterbildung zum Betriebswirt (HWK) – auch Betriebswirt des Handwerks genannt – an. Diese Weiterbildung ist für Handwerker mit Meisterbrief oder ähnlichen Kenntnissen gedacht, die einen eigenen Betrieb leiten oder leiten wollen. Ähnlich wie beim Betriebswirt (IHK) können auch beim Betriebswirt (HWK) Fachkaufleute und Fachwirte zum Lehrgang zugelassen werden. Die Weiterbildung kann in Abendkursen über 2,5 Jahre, in Tages- oder Wochenendkursen über 1,5 Jahre oder in Vollzeit über 12 Wochen an je vier Tagen erfolgen.

Die Teilzeitkurse umfassen etwa 500 Unterrichtsstunden. Sie sind kostenlos, die HWK erhebt aber eine Gebühr von etwa 300,- Euro für die Abschlussprüfung. In Vollzeit kostet die Ausbildung etwa  2.300,- bis 2.900,- Euro.

Betriebswirt (VWA) – Die Weiterbildung der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien

Mit mittlerer Reife, abgeschlossener Ausbildung und mindestens einem Jahr Berufserfahrung können sich Studenten in sechs Semestern an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) zum Betriebswirt (VWA) weiterbilden. Die Vorlesungen finden abends und an Wochenenden statt. Die Fortbildung kostet 4.320,- Euro. Schon nach vier Semestern erlangen die Teilnehmer den Titel Ökonom (VWA). Darauf folgt ein Praxisprojekt, im sechsten Semester schreiben die Studenten dann ihre Abschlussarbeit. Parallel bietet die VWA die spezialisierten Fortbildungen zum Verwaltungs- oder Informatik-Betriebswirt (VWA) an. Absolventen können anschließend ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium beginnen.

Bankbetriebswirt

Die Weiterbildung zum Bankbetriebswirt wird in vielen deutschen Städten von der Frankfurt School of Finance and Management angeboten. Sie erfolgt berufsbegleitend samstags und umfasst 240 Unterrichtsstunden an 40 Samstagen. Die Weiterbildung ist gegliedert in zwei Semester. Teilnehmer müssen eine Fortbildung zum Bankfachwirt oder eine vergleichbare Qualifikation mitbringen. Die Kosten betragen 4040,- Euro. Absolventen qualifizieren sich für gehobene Aufgaben im Bankwesen. Sie können anschließend einen Abschluss als Diplom-Bankbetriebswirt erwerben oder ein Bachelor-Studium beginnen.

Versicherungsbetriebswirt (DVA)

Für Beschäftigte der Versicherungsbranche mit Abschluss als Versicherungsfachwirt bietet die Deutsche Versicherungsakademie eine Weiterbildung zum Versicherungsbetriebswirt (DVA). Die Kurse dauern zwei Jahre und finden samstags statt. Die Kosten betragen 4606,- Euro. Absolventen können vereinfacht den vergleichbaren englischen oder schweizerischen Titel erwerben.

Staatlich geprüfter Hotelbetriebswirt / staatlich geprüfter Betriebswirt Hotel- und Gaststättengewerbe

An verschiedenen Hotelfachschulen in Deutschland können Bewerber Seminare mit dem Abschluss staatlich geprüfter Hotelbetriebswirt bzw. staatlich geprüfter Betriebswirt Hotel- und Gaststättengewerbe absolvieren. Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung und mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Branche. Vollzeitlehrgänge dauern vier Semester. Die Studiengebühren liegen bei etwa 2400,- Euro. Eine berufsbegleitende Weiterbildung ist nur in wenigen Hotelfachschulen möglich, sie dauert sieben bis acht Semester. Mit dem Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt Hotel- und Gaststättengewerbe kann der Absolvent die Fachhochschulreife erwerben.

Die aufgezählten Abschlüsse sind alle innerhalb ihrer jeweiligen Branche oder ihres jeweiligen Fachgebiets sehr angesehen.

Finanzielle Förderung

Für eine Weiterbildung zum Betriebswirt gibt es verschiedene Möglichkeiten der Förderung durch die Arbeitgeber, Stiftungen oder den Staat. Die staatliche Förderung erfolgt durch steuerliche Vergünstigungen, Bildungsgutscheine oder nach dem Aufstiegsförderungsbildungsgesetz (AFBG), dem sogenannten Meister BAföG.

Meister BAföG

Die durch Meister BAföG geförderte Maßnahme muss anspruchsvoller als eine Facharbeiter- oder Gesellenprüfung, aber weniger anspruchsvoll als ein Hochschulstudium sein. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem sogenannten Maßnahmebeitrag und den Kosten des Prüfungsstücks. Der Maßnahmebeitrag deckt Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 10226,- Euro ab. Davon werden 30,5% als Zuschuss gezahlt, der Rest als zinsgünstiges Darlehen. Nach bestandener Abschlussprüfung wird dem Absolventen ein Viertel dieses Darlehens erlassen.

Von den Kosten des Prüfungsstücks wird maximal die Hälfte, höchstens aber 1534,- Euro, durch ein zinsgünstiges Darlehen übernommen. Diese Förderung ist altersunabhängig und sowohl für Teilzeit- als auch für Vollzeitlehrgänge möglich. Gefördert wird unter anderem der Betriebswirt (IHK) und (HWK).

Stipendien

Viele Stiftungen und Förderwerke bieten Stipendien zur Förderung der Aus- und Weiterbildung an. Stiftungen können von politischen Parteien, Gewerkschaften, Glaubensgemeinschaften, Unternehmen oder privaten Spendern getragen werden. In der Regel sind ihre Stipendien Zuschüsse, durch die Bewerber mit besonderer Begabung, sozialem Engagement, guten Vornoten oder aus schwierigen sozialen Milieus gefördert werden. Die genauen Voraussetzungen für ein Stipendium unterscheiden sich je nach Stiftung, der Bewerber sollte sich deshalb im Voraus informieren.

Bildungsgutschein

Arbeitslose können für Weiterbildungen einen Bildungsgutschein beantragen. Sie müssen darin nachweisen, dass die Maßnahme notwendig ist, um ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen. Der Bildungsträger muss nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) akkreditiert sein. Die Antragsteller sollten in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung oder drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Selbst dann gibt es keinen Anspruch auf einen Bildungsgutschein. Der zuständige Sachbearbeiter muss entscheiden, ob er die Weiterbildung fördert. In dem Bildungsgutschein legt die Behörde Ziel und Dauer der Maßnahme sowie die Zeit und Region, in der er gültig ist, fest.

Werbungskosten von der Steuer absetzen

Wer während der Weiterbildung zum Betriebswirt einen Beruf ausübt, für den er diese nutzt, kann die Kosten der Maßnahme als Werbungskosten von der Einkommensteuer absetzen. Wenn er den Beruf, dem die Weiterbildung dient, noch nicht ausübt, kann er die Kosten in der Regel als Sonderausgaben geltend machen. Dafür können maximal 4000,- Euro abgesetzt werden.

Arbeitgeber können die Anerkennung als Werbungskosten erleichtern, indem sie den Nutzen der Weiterbildung bestätigen. Sie können den Studenten auch durch Bildungs- und Sonderurlaub oder durch eine studienfreundliche Arbeitszeitregelung unterstützen. Einige Arbeitgeber fördern die Eigeninitiative ihrer Mitarbeiter auch finanziell, indem sie z. B. die Studiengebühren übernehmen.

Fazit:

Wer der eigenen Karriere einen Schub geben, seine Kenntnisse und Chancen am Arbeitsmarkt verbessern will, für den ist eine Betriebswirt Weiterbildung zu empfehlen. Einige Fortbildungen sind auf eine bestimmte Branche bezogen und daher nur für Fachleute in dieser Branche sinnvoll. Je nach Zugangsvoraussetzungen, Dauer und Aufwand der Maßnahme muss jeder letztlich selbst entscheiden, welche Betriebswirt Weiterbildung zu ihm passt.