Betriebswirt (VWA) - Abschluss

Betriebswirt (VWA) - Abschluss

Mit dem Abschluss zum Betriebswirt VWA entwickeln Sie sich zu einer Fach- und Führungskraft, die in zahlreichen Branchen arbeiten kann. Wie Sie den Abschluss erwerben und welche Kosten auf Sie zukommen, erfahren Sie hier.

Was ist ein Betriebswirt VWA?

Der Betriebswirt VWA ist ein kaufmännischer Abschluss, den Sie an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie erlangen. Dazu absolvieren Sie nach Ihrer Ausbildung zum Kaufmann, Industrie- und Handwerksmeister oder Staatlich geprüften Techniker eine nicht-akademische Weiterbildung.

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Damit Sie eine Weiterbildung zum Betriebswirt VWA beginnen können, benötigen Sie den Realschulabschluss (Fachoberschulreife), eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie praktische Erfahrungen von mindestens einem Jahr. Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, die Weiterbildung mit einer Hochschulzugangsberechtigung aufzunehmen.

Neben Ihren schulischen Voraussetzungen hilft Ihnen vor allem Ihre Leidenschaft für die Mathematik, die Weiterbildung erfolgreich abzuschließen und Ihren Job zu meistern. Außerdem ist eine analytische und strukturierte Denkweise von großem Vorteil, wenn Sie Statistiken auswerten oder Finanzierungspläne aufstellen. Mit Ihrem Abschluss zum Betriebswirt VWA qualifizieren Sie sich für Führungspositionen. Hier benötigen Sie vor allem die Fähigkeit, sich gut organisieren und eigenständig arbeiten zu können. In Abteilungen wie dem Marketing sollten Sie außerdem viel Kreativität mitbringen. Ist es Ihr Wunsch, das richtige Personal für Ihr Unternehmen zu beschaffen oder sich den Anliegen der Mitarbeiter anzunehmen? In diesem Fall brauchen Sie Kommunikationstalent und Einfühlungsvermögen.

Aufbau & Ablauf

In Ihrer Weiterbildung zum Betriebswirt VWA vermitteln Ihnen die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse, die Sie für die Übernahme von Führungspositionen in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens benötigen. Je nach Standort oder Beginn des Lehrgangs können sich die Inhalte etwas unterscheiden. Unter anderem belegen Sie folgende Kurse:

  • Grundlagen der Volks- und Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen
  • Wirtschaftsmathematik
  • Recht
  • Personalmanagement

Innerhalb Ihres Lehrgangs haben Sie meist die Möglichkeit, sich für einen Schwerpunkt zu entscheiden. Sie haben unter anderem die Wahl zwischen Logistik, Marketing und Vertrieb, Finanzen und Controlling, Personal- oder Gesundheitsmanagement. Teilweise können Sie zusätzlich Schlüsselqualifikationen, auch Soft Skills genannt, und Methodenkompetenzen erwerben. Sie besuchen beispielsweise Lehreinheiten zu Themen wie Präsentationstechniken oder Wirtschaftsethik.

Ihre Kenntnisse erlangen Sie mithilfe eines berufsbegleitenden Präsenzlehrgangs in 6 Semestern. Der Unterricht findet in der Regel 2 bis 3 Mal in der Woche und gegebenenfalls samstags statt. In Seminaren, Vorlesungen und Übungen bereiten Sie die Akademien auf den Abschluss zum Betriebswirt VWA vor. Anhand von modulbezogenen Prüfungen, zum Beispiel Klausuren, einer mündlichen Prüfung oder einer Hausarbeit, weisen Sie Ihr erworbenes Wissen nach. Teilweise fließen die Ergebnisse in die Abschlussnote mit ein. An manchen Standorten steht im 4. Semester zusätzlich eine Projektarbeit an. Diese schreiben Sie üblicherweise über eine Thematik aus Ihrer betrieblichen Praxis. Dazu haben Sie 6 Wochen Zeit. Anschließend erlangen Sie einen ersten Abschluss als Ökonom.

Im 5. und 6. Semester vermitteln Ihnen die Akademien wichtige Managementkompetenzen. Außerdem belegen Sie ein vorbereitendes Seminar zur Abschlussprüfung. Für jede erbrachte Leistung während Ihrer Weiterbildung erhalten Sie Credit Points nach dem European Credit Transfer System (ECTS). Bis zur Abschlussprüfung müssen Sie eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht haben. Die Gesamtzahl unterscheidet sich je nach Standort.

Die Abschlussprüfung zum Betriebswirt VWA

Im 5. oder 6. Semester legen Sie die Abschlussprüfung ab, die Sie berechtigt, die Bezeichnung Betriebswirt VWA zu tragen. Sie besteht aus einer Diplomarbeit und einer mündlichen Prüfung beziehungsweise einem Kolloquium.

Das Thema für die Arbeit erfolgt in der Regel in Absprache mit dem betreuenden Dozenten. Es sollte aus dem wirtschaftsnahen Bereich stammen und kann sich an Ihre berufliche Tätigkeit anlehnen. Ihnen bleiben 3 Monate, um die Arbeit zu verfassen. Danach folgt eine mündliche Prüfung vor dem Prüfungsausschuss, in der Sie Fragen zur Diplomarbeit beantworten. Haben Sie alle Prüfungen erfolgreich bestanden, verleihen Ihnen die Akademien ein Wirtschaftsdiplom.

Kosten & Finanzierung

Die Kosten für Ihre Weiterbildung zum Betriebswirt VWA liegen insgesamt bei rund 3.650 € bis 5.040 €. Dabei können Sie den kompletten Betrag unmittelbar zu Beginn des Lehrgangs begleichen oder eine Ratenzahlung mit dem Institut vereinbaren. Bitte bedenken Sie, dass Sie darüber hinaus noch Aufwendungen für beispielsweise zusätzliche Lehrmaterialien einplanen sollten.

Damit die teils hohen Gebühren kein Hindernis für Sie darstellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihre Weiterbildung zu finanzieren. Folgende Förderungen können Sie erhalten:

  • Aufstiegs-BAföG (AFBG, ehemals Meister-BAföG)
  • Arbeitgeberförderung
  • Begabtenförderung
  • Bildungsgutschein der Arbeitsagentur (AZAV)

Wie anerkannt ist der Abschluss?

Der Abschluss zum Betriebswirt VWA ist deutschlandweit in der Wirtschaft anerkannt und bei vielen Unternehmen, beispielsweise aus der Industrie oder dem Handel, gern gesehen. Mit diesem können Sie anschließend in zwei weiteren Semestern einen Bachelor Abschluss an einer kooperierenden Hochschule erwerben – auch ohne Hochschulreife. Übrigens haben Sie auch die Möglichkeit, als Alternative zum Betriebswirt VWA eine Weiterbildung zum Informatik-Betriebswirt VWA zu beginnen.

Wissenswertes zum Betriebswirt VWA

Wenn Sie als Betriebswirt VWA ein akademisches Studium an einer nicht-kooperierenden Universität oder Fachhochschule in Nordrhein-Westfalen aufnehmen möchten, benötigen Sie dazu vom Wissenschaftsministerium NRW eine gesonderte Zugangsberechtigung. Das heißt, Sie beantragen dort einen Hochschulzugang für fachtreue Bewerber.