Geprüfter Betriebswirt (IHK)

Der Abschluss Geprüfter Betriebswirt IHK ist eine in beliebte Weiterbildung der Industrie- und Handelskammern. Der Abschluss kann ohne Abitur und ohne Hochschulstudium erreicht werden. Im Schnitt bestehen ca. 80 Prozent der Teilnehmer die IHK Prüfung. Dies entspricht einer sehr guten Quote.


Die Industrie- und Handelskammern bieten eine Reihe von beruflichen Ausbildungen und Weiterbildungen im kaufmännischen Bereich an. Die höchste Stufe dieser Weiterbildung ist die Prüfung zum Betriebswirt (IHK).

Voraussetzungen für die Prüfung zum Betriebswirt (IHK)

Um an der Prüfung zum Betriebswirt vor der IHK teilzunehmen, muss der Teilnehmer vorher

  • die IHK-Fortbildung zum Fachwirt bzw. Fachkaufmann oder
  • eine vergleichbare kaufmännische Fortbildungsprüfung absolviert haben oder
  • eine Berufsausbildung, eine staatlich anerkannte Prüfung an einer kaufmännischen Fachschule und mindestens drei Jahren Berufserfahrung in einer für die Fortbildung zum geprüften Betriebswirt (IHK) hilfreichen Tätigkeit vorweisen können.

Einige IHK-Bildungszentren bieten eine kombinierte Schulung zum Fachwirt mit anschließender Prüfung zum Betriebswirt (IHK) an.

Weiterbildung zum Betriebswirt (IHK)

Die Weiterbildung zum Betriebswirt (IHK) umfasst gemäß des IHK-Rahmenstoffplans 700 bis 800 Unterrichtsstunden. Sie wird meist im Fernstudium oder berufsbegleitend abends und an Wochenenden durchgeführt. In manchen Städten führt die IHK die Weiterbildung zum Betriebswirt auch selbst in Vollzeit durch. Die Kosten für die Teilnehmer betragen etwa 4.200 Euro.

Neben den Bildungszentren der IHK bieten auch private Bildungsträger die Weiterbildung zum Betriebswirt (IHK) bzw. Technischen Betriebswirt (IHK) an. Eine Übersicht der infrage kommenden Institute bietet die Datenbank von SemiCheckde. Der Unterricht wird meist berufsbegleitend im Fernstudium durchgeführt, einige Einrichtungen bieten auch Vollzeitunterricht oder wahlweise beides an. Die Kursdauer kann dabei stark variieren. Während manche Anbieter eine Kursdauer von über zwei Jahren planen, versprechen andere, den Abschluss in nur 27 Seminartagen, verteilt auf sechs Monate, zu ermöglichen. Interessenten können oft zwei Tage probeweise an den Seminaren teilnehmen. Die Gebühr für den Lehrgang liegt bei etwa 3.000 bis 3.500 Euro. Der Lehrgang zum Technischen Betriebswirt ist auch als Fernkurs möglich.

Ausnahmeregelungen
Manche Institute lassen auch Teilnehmer ohne die obigen Voraussetzungen an der Weiterbildung teilnehmen. Interessenten sollten sich im Zweifelsfall vor Lehrgangsbeginn bei der IHK erkundigen, ob sie auch zur Prüfung zugelassen werden.

Welche Prüfungsinhalte umfasst die Weiterbildung?

Die Inhalte der Weiterbildung zum geprüften Betriebswirt (IHK) umfassen folgende Fachgebiete:

  • Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Marketing
  • Unternehmensführung
  • Personalmanagement
  • Unternehmenskommunikation
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
  • Internationale Wirtschaftsbeziehungen
  • Bilanzen und Steuern
  • Controlling und Finanzierung
  • Organisation und Projektmanagement

Zum Unterricht gehören oft Simulationen von Situationen in Unternehmen. In der Regel stehen gegen Ende des Lehrgangs mündliche und schriftliche Prüfungen, eine Projektarbeit und ein darauf bezogenes Fachgespräch (Kolloquium) auf dem Programm. Die Abschlussprüfung führt nur die IHK durch. Mit der Prüfung soll der Teilnehmer nachweisen, dass er eigenständig Führungs- und Managementaufgaben im Unternehmen wahrnehmen kann.

Die Prüfung zum Betriebswirt (IHK)

Die Prüfung zum Betriebswirt IHK wird von den Industrie- und Handelskammern abgenommen. Sie setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen:

  1. Schriftlichen Prüfung
  2. Projektarbeit
  3. Projektgebundenes Fachgespräch (Mündliche Prüfung)

In der schriftlichen Prüfung werden die oben genannten Themengebiete geprüft. Die Projektarbeit kann alle Themengebiete umfassen. Das Thema wird von der Prüfungskommission gestellt, in der Regel können aber auch Vorschläge gemacht werden. Durch das komplexe, praxisorientierte Thema sollen Berufswissen angewandt, Probleme analysiert und betriebswirtschaftliche Lösungsansätze erarbeitet werden. Die Projektarbeit wird als schriftliche Hausarbeit in einem Zeitraum von 30 Tagen angefertigt. Im projektgebundenen Fachgespräch wird das in der Projektarbeit behandelte Thema vor der Prüfungskommission präsentiert und diskutiert. Die Prüfung kann zweimal wiederholt werden.

Kosten und finanzielle Fördermöglichkeiten

Die Kosten des Vorbereitungslehrgangs variieren je nach Anbieter. Für die abschließende Prüfung bei der IHK ist eine Prüfungsgebühr von ca. 400 – 450 Euro fällig.

Da es sich in den meisten Fällen um eine private Fortbildung handelt, müssen die Teilnehmer die Kosten häufig selber tragen.
In einzelnen Fällen und in Absprache übernimmt auch das Unternehmen die Kosten ganz oder teilweise. Es ist aber auch möglich, eine Förderung über das Meister-BAföG zu beantragen.

Was bringt der Betriebswirt (IHK)?

Geprüfte IHK Betriebswirte können Führungs- und Managementaufgaben übernehmen. So können Sie in allen Branchen von Industrie, Handel und Dienstleistungsfirmen als Abteilungsleiter, Assistenz der Geschäftsführung oder als Geschäftsführer eingesetzt werden.

Typische Aufgaben im Unternehmen sind die Strategiefindung und -umsetzung bei der Unternehmensführung, die organisatorische Gestaltung des Unternehmens, Personalführung und Personalwirtschaft sowie die allgemeinen Leitungs- und Koordinationsaufgaben.

Als Geprüfter Betriebswirt steht man in den meisten Fällen bereits mit beiden Beinen im Unternehmen und hat sich schon bewährt. Durch die zusätzlich erworbenen Qualifikationen stehen weitere Aufgaben- und Verantwortungsbereiche offen.

Neben der fachlichen Kompetenz zeigt der Absolvent durch die Bereitschaft für die zusätzliche Belastung einer berufsbegleitenden Weiterbildung viele im Beruf gefragte Eigenschaften. Hierzu gehören Flexibilität, Engagement, Zielstrebigkeit, Selbstständigkeit, Belastbarkeit, Selbstdisziplin, Fleiß und Einsatzbereitschaft. Diese Eigenschaften schätzen Vorgesetzte und Personalchefs.

Gehalt als Betriebswirt (IHK)?

Das Gehalt des Betriebswirts (IHK) ist unter anderem abhängig von der Branche, der Region, seiner Berufserfahrung sowie der Art seiner Tätigkeit. Laut der Agentur für Arbeit kann das Bruttogehalt eines Betriebswirts (IHK) zwischen 2.800 und 3.300 Euro im Monat liegen.

Nach einer Umfrage der IHK Bielefeld von 2009 konnten 70% ihrer Absolventen nach der Prüfung beruflich aufsteigen. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass sich die Fortbildung für sie beruflich gelohnt hat. Zwei von drei Absolventen erhielten auch mehr Gehalt als vorher.

Was kommt nach dem Betriebswirt (IHK)?

Nach der bestandenen Prüfung zum Betriebswirt (IHK) ergeben sich mehrere Möglichkeiten, die erworbenen Kenntnisse zu vertiefen. So kann der „frischgebackene“ Betriebswirt in einem Semester den Abschluss als Betriebswirt an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (Betriebswirt VWA) anhängen und anschließend in zwei Semestern einen Bachelor-Abschluss der VWA und der Berufsakademie Hessen erwerben.

Einige private Fachhochschulen rechnen Inhalte der IHK Prüfung als Leistungen in ihren betriebswirtschaftlichen Bachelor-Studiengängen an. Neuerdings rechnet auch die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg für ihr berufsbegleitendes Bachelor-Studium „Business Administration in mittelständischen Unternehmen“ einzelne Leistungen des Betriebswirts (IHK) an.

Fit für ein eigenes Unternehmen

Auf dem Weg zum Betriebswirt hat der Absolvent Selbstständigkeit und Zielstrebigkeit bewiesen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Absolventen auch eine berufliche Selbstständigkeit anstreben. Durch die langjährige Praxiserfahrung und Kompetenz in betriebswirtschaftlichen Fragen und Entscheidungen bringen Betriebswirte die besten Voraussetzungen mit, ein Unternehmen zu gründen, zu übernehmen oder als selbstständiger Unternehmensberater zu arbeiten.

Anerkennung des Abschlusses

Der Abschluss Betriebswirt (IHK) vermittelt viele berufspraktische Kenntnisse. Er hat weniger einen akademischen Hintergrund. Damit ist er eher vergleichbar mit einem Abschluss von Fachschulen und –akademien als mit dem staatlich geprüften Betriebswirt. Welcher der beiden Abschlüsse bessere Chancen am Arbeitsmarkt gewährt, ist umstritten.

Obwohl mit dem Betriebswirt (IHK) die englische Bezeichnung Master of Business Administration (CCI) verbunden ist, ist der Abschluss im Ausland kaum bekannt. Es gibt zwar fast überall mit der IHK vergleichbare Einrichtungen, diese bieten aber in der Regel keine vergleichbaren Fortbildungen an. Grundsätzlich ist der Abschluss nicht gleichwertig mit einem Studium, er kann aber den Weg ins Studium ebnen (s.o.).

Die IHK als berufsständische Vereinigung für Industrie und Handel ist bei ihren Mitgliedsunternehmen naturgemäß bestens bekannt und anerkannt. Diese Akzeptanz kann dem Absolventen einer IHK-Fortbildung zugute kommen. Denn wer kennt die konkreten Bedürfnisse der Unternehmen besser als ihr eigener Verband?

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