Staatlich geprüfter Betriebswirt

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Der staatlich geprüfte Betriebswirt kommt für alle in Frage, die sich nach einer kaufmännischen Ausbildung und mindestens einem Jahr Berufserfahrung auch ohne (Fach-) Abitur weiterbilden möchte. Die Weiterbildung kann an einer Fachschule durchgeführt werden und dauert meist 2 Jahre. Sie bietet gute Gehalts- und Karriereperspektiven. Wir zeigen, wie es geht und was dieser Abschluss bedeutet.

Wie werde ich Staatlich geprüfter Betriebswirt?

Der Abschluss “Staatlich geprüfter Betriebswirt” ist das Ziel einer beruflichen Weiterbildung mit Schwerpunkt im betriebswirtschaftlichen Bereich. Der Abschluss wird an einer Fachakademie oder Fachschule für Wirtschaft verliehen. Die Weiterbildung dauert 4 Semester in Vollzeit und umfasst mindestens 2.400 Stunden Lehrumfang. Alternativ können die Studierenden ihre Weiterbildung auch in 6 bis 8 Semestern in Teilzeit absolvieren. Der Lehrumfang steigt dann auf 2.800 Unterrichtsstunden. Der Unterricht findet meist abends und an Wochenenden statt.

Um die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt beginnen zu können, braucht der Bewerber in der Regel:

  • die mittlere Reife oder einen gleichwertigen Schulabschluss
  • eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und
  • mindestens 12 Monate Berufspraxis

Wer bietet den Abschluss Staatlich geprüfter Betriebswirt an?

Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt wird häufig im Fernstudium absolviert. Die bekanntesten Anbieter sind hier die , das Institut für Lernsysteme sowie die Fernakademie Klett.

Aufbau der Weiterbildung

Die Weiterbildung “Staatlich geprüfter Betriebswirt” ist in ein Grundstudium und ein Schwerpunktstudium gegliedert. Nach zwei Semestern Grundstudium mit allgemeinbildendem und allgemein betriebwirtschaftlichem Inhalt folgen zwei Semester Schwerpunktstudium, in denen der Student sich auf einen der betriebswirtschaftlichen Teilbereiche wie Marketing, Personal, Controlling etc. spezialisiert. Am Ende der Weiterbildung legen die Studenten eine Prüfung ab, die von der Fachschule bzw. Fachakademie erstellt und von der zuständigen Behörde ihres Bundeslands genehmigt wurde. Die Studenten müssen außerdem eine Projektarbeit erstellen und sie in einem Kolloquium präsentieren. Mit dieser Abschlussarbeit sollen sie ein komplexes Problem aus der betrieblichen Praxis analysieren, strukturieren und mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden lösen.

Mögliche Schwerpunkte der Weiterbildung

Die verschiedenen Fachschulen, Fachakademien und privaten Bildungsträger, die die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt durchführen, bieten zahlreiche mögliche Schwerpunkte an. In der folgenden Liste sind die derzeit bekannten Schwerpunkte aufgeführt. Viele dieser Schwerpunkte können nur an bestimmten Einrichtungen gewählt werden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da ständig neue Schwerpunkte hinzu kommen und andere gestrichen werden.

  • Absatzwirtschaft
  • Agrarwirtschaft
  • Außenhandel
  • Betriebswirtschaft
  • Betriebswirtschaft und Unternehmensmanagement
  • Catering/Systemverpflegung
  • Controlling
  • Datenverarbeitung/Organisation – Staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatik
  • Finanzwirtschaft
  • Franchising
  • Fremdenverkehrswirtschaft
  • Großhaushalt
  • Hauswirtschaft
  • Hauswirtschaft/Ländliche Hauswirtschaft
  • Holzbetriebswirtschaft
  • Hotel- und Gaststättengewerbe
  • Hotelbetriebswirtschaft und Hotelmanagement
  • Informatik – Staatlich geprüfter Informatiker
  • Informationsverarbeitung und Informationsmanagement
  • Internationale Wirtschaft
  • Logistik – Staatlich geprüfter Logistiker
  • Marketing
  • Möbelhandel
  • Personalwirtschaft
  • Produktionswirtschaft
  • Rechnungswesen
  • Tourismus
  • Textilbetriebswirtschaft
  • Verkehrswirtschaft/Logistik
  • Wirtschaft
  • Wirtschaftsinformatik
  • Wohnungswirtschaft (und Realkredit)

Leichter Erwerb der Fachhochschulreife als Staatlich geprüfter Betriebswirt

Der umfassende allgemeinbildende Teil im Grundstudium zum staatlich geprüften Betriebswirt ermöglicht es den Fachschülern, nach ihrem Abschluss mit einer zusätzlichen Prüfung die Fachhochschulreife zu erwerben. Zwar können staatlich geprüfte Betriebswirte grundsätzlich an deutschen Fachhochschulen und Universitäten fachgebunden studieren, ihre Chancen auf einen der meist zugangsbeschränkten Studienplätze verbessern sich aber mit der Ergänzungsprüfung für die Fachhochschulreife deutlich. Einzelne Hochschulen erkennen den Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt auch ohne Ergänzungsprüfung als gleichwertig mit dem Grundstudium zum Bachelor Betriebswirtschaft an bzw. rechnen einige an der Fachschule erbrachte Leistungen als Klausurnoten an.

Nach der Weiterbildung an Uni oder FH studieren

Aufbauend auf dem Abschluss staatlich geprüfter Betriebswirt mit entsprechender Ergänzungsprüfung kann der Absolvent ein Bachelor-Studium an einer (Fach)Hochschule beginnen. Dabei kann er seine Kenntnisse in seinem Schwerpunktfach weiter vertiefen oder durch einen neuen Schwerpunkt ergänzen. Der Bachelor-Abschluss wiederum ermöglicht ein Masterstudium, so dass der staatlich geprüfte Betriebswirt auch ohne Abitur höchste akademische Abschlüsse erwerben kann.

Gehalt eines Staatlich geprüften Betriebswirts

Das Gehalt eines staatlich geprüften Betriebswirts variiert je nach Fachgebiet, Region, Branche und Unternehmen. In der Regel liegt sein Einstiegsgehalt zwischen 2.600 € und 3.200 €. Damit liegt es etwas unter dem eines Betriebswirts mit Fachhochschulabschluss. Es kann aber im Einzelfall auch deutlich darüber liegen.

In der Wirtschaft werden staatlich geprüfte Betriebswirte meist im mittleren Management eingesetzt. Sie können in Stabstellen, als Abteilungsleiter oder freiberuflich arbeiten. Im letzteren Fall werden sie aufgrund ihrer umfassenden betriebswirtschaftlichen Ausbildung rechtlich als freiberufliche Unternehmensberater anerkannt und sind deshalb nicht gewerbesteuerpflichtig.

Wie alle Betriebswirte können sie in sämtlichen Branchen arbeiten. Ihr künftiges Tätigkeitsfeld entspricht meist ihrem Studienschwerpunkt und ihrer beruflichen Erfahrung.

Akzeptanz im In- und Ausland

Der Vorteil staatlich geprüfter Betriebswirte ist ihr Praxisbezug. Da eine abgeschlossene Ausbildung und erste Berufserfahrung für die Weiterbildung vorausgesetzt werden, können künftige Arbeitgeber entsprechende Vorkenntnisse erwarten. Auch die Weiterbildung selbst ist auf die berufliche Praxis ausgerichtet. Nicht zuletzt deshalb bieten viele Einrichtungen diesen Abschluss im Fernstudium an, bei dem der Kontakt zur Praxis nie abreißt. Am deutschen Arbeitsmarkt ist der Abschluss allgemein anerkannt. Im Ausland existiert oft kein direkt vergleichbarer Abschluss. Für Bewerbungen im Ausland muss das Abschlusszeugnis zusammen mit der Studien- und Prüfungsordnung und früheren Zeugnissen übersetzt werden. Diese Unterlagen kann man dem zuständigen Ministerium zur Anerkennung vorlegen – was einige Zeit dauern kann – oder direkt der Bewerbung beilegen.

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